Und es schmilzt – Lize Spit

//Und es schmilzt – Lize Spit

Und es schmilzt – Lize Spit

Das für mich mit Abstand beeindruckendste Buch 2017 ist das im Herbst in deutscher Übersetzung erschienene „Und es schmilzt“ der jungen flämischen Autorin Lize Spit.

In geradezu schonungsloser Direktheit und gleichermaßen großer Nähe wie ironischer, oft zynischer Distanz zu seinen Figuren geschrieben, führt es auf zwei Erzählebenen durch die aktuelle Gegenwart sowie Vergangenheit der Protagonistin Eva. Diese fährt zu Beginn der Handlung mit einem großen Eisblock im Auto von Brüssel in ihr flämisches Heimatdorf, das sie seit neun Jahren nicht mehr betreten und auch jeglichen Kontakt zu ihren Eltern und Kindheits- bzw. Jugendfreunden abgebrochen hat. In diese „gegenwärtige“ Handlung eingebunden, konzentriert sich der größte Teil des Buches auf den Sommer 2002 – Eva ist da 14 Jahre alt – und entfaltet langsam, zunächst fast harmlos, aber dann zunehmend packend die tiefgreifenden Geschehnisse dieses Sommers, die bis in Evas Gegenwart hineinwirken…

Das Buch, ein Erstlingswerk, ist von erstaunlicher kreativer Sprachkraft, intelligent und fließend verwoben sowie jenseits allem Klischeehaften und Moralisierenden – was dem Buch meiner Meinung nach auch sehr gut tut. Allerdings: Es ist definitiv nichts für schwache Nerven!

2018-01-25T14:43:05+00:00